DIY-Tipp 5

Prüfung der Festigkeit des Estrichs

Ist der Estrich in seiner Zusammensetzung fehlerhaft verarbeitet worden, kann es zu Problemen mit der Festigkeit kommen, wodurch verklebte Fußböden oder Spachtelmassen sich wieder lösen können und Infolge dessen der Boden erneuert werden muss.
In der Praxis muss vor der Verlegung geprüft werden ob die Estrichoberfläche ausreichend fest ist. Eine erste einfache Prüfmethode wäre mit einem Hammer auf die Estrichoberfläche zu schlagen, lösen sich keine größeren Stücke von der Estrichoberfläche, dann ist der Estrich in der Regel fest.
Üblicherweise wird die Festigkeit des Estrichs durch eine Gitterritzprüfung festgestellt.

Hier werden mehrere parallel im gleichen Abstand zueinander angeordnete Ritzspuren in gleicher Richtung gezogen. Anschließend im Winkel von ca. 40-60 Grad dazu nochmals parallel, die Ritzspuren bilden so ein rautenförmiges Gitterritzbild.
Mit dieser Methode werden schnell weiche, labile, obere Estrichrandzonen ermittelt und weitergehend auch eventuell vorhandene Krustenbildungen (harte Schale), die wiederum darunter liegende Weichzonen verdecken.Zu guter Letzt kommt noch die handelsübliche Drahtbürste zum Einsatz, hier wird mit möglichst gleichmäßigen Bewegungs- und Kraftaufwand die Oberfläche des jeweiligen Untergrundes partiell behandelt. Bei der Beurteilung werden sowohl die herausgebürsteten Inhaltsstoffe aus dem Untergrund als auch die Eindringtiefe der Stahlbürste berücksichtigt. Mit diesem Bündel an Maßnahmen kann die Prüfung der Oberfläche hinsichtlich ihrer Festigkeit umfassend durchgeführt werden.
Ein geeignetes Ergebnis liegt dann vor, wenn sich die Oberfläche des Estrichs so gut wie nicht zerstören lässt. Kommt es jedoch zu tiefen Ritzspuren oder erheblichen Ausbrechen im Kreuzungsbereich der Ritzspuren, dann sind zusätzliche Maßnahmen mit Rücksprache einer fachmännischen Person zu ergreifen.
(Anwendungsvideo verfügbar)

Peter Walter Prüfung Estrichfestigkeit