DIY-Tipp 6

Estrichfugen

Fugen im Estrich sind ein wesentliches Qualitätsmerkmal, sie teilen größere Flächen in kleinere Flächen auf oder trennen Flächen von anderen Bauteilen ab. Hierbei wird unterschieden zwischen Bewegungsfugen, Randfugen oder Schein- und Schwindfugen. Grundsätzlich kann jede Estrichfuge irgendeine Bewegung aufnehmen, selbst eine hart geschlossene Fuge kann dem Estrich kleinste Bewegungen ermöglichen.
Bei Bewegungsfugen verhält es sich so, dass solche Fugen horizontale und vertikale Bewegungen von getrennten Bauteilen ermöglichen. Die Anordnung und Ausführung von Bewegungsfugen sind bereits in der Planung und unter Berücksichtigung des zu verlegenden Oberbelags festzulegen und müssen an gleicher Stelle durch den gesamten Querschnitt des Estrichs einschließlich der Beläge geführt werden. Bei Heizestrichen werden weitere Bewegungsfugen benötigt, in diesen Fällen wird dann die Bewegungsfuge im Estrich, einschließlich des Oberbodens bis auf die Wärme/Trittschalldämmung geführt.

Randfugen sind überall dort notwendig, wo Bauteile die Bodenkonstruktion durchstoßen (zb.  Steigleitungen usw.) und sind durch schalldämmende Randstreifen bis auf den tragenden Untergrund, bzw. bis zur unteren Lage der Dämmschicht auszubilden.
Scheinfugen werden angeordnet, um eine Verkürzung des Estrichs, z.B. infolge Schwindens, zu ermöglichen. Um Risse zu vermeiden, teilt man die Fläche in möglichst quadratische Felder ein.
Der Estrich wird üblicherweise mit der Glättkelle 1/3 der Estrichdicke eingeschnitten und werden bei unbeheizten Estrichen als Sollbruchstelle angelegt.
Eine der häufigsten Schadensursache bei beheizten Estrichen ist die falsche Anordnung und Ausbildung von Fugen. Grundsätzlich gilt, Estrichfelder alle 40m², bzw. Flächen unter 40m² wo jedoch eine Seitenlänge von 8m überschritten wird durch Bewegungsfugen abzutrennen.
Die Praxis hat aber gezeigt, dass beheizte Zementestriche, je nach Grundriss, bei Anordnung von Scheinfugen nach den angegebenen Flächenmaßen und entsprechend dickerer Dimensionierung der Randstreifen auch ohne Bewegungsfugen ausgeführt werden können.
Bei beheizten Zementestrichen können anstelle von Bewegungsfugen auch Scheinfugen ausgeführt sein, zudem auch in Türleibungen und Durchgängen angeordnet werden, sofern nicht mehrere Räume hintereinander liegen und die Randfugen ausreichend dimensioniert werden.
(genauere Beschreibung & Anwendungsvideo zum Verdübeln verfügbar)

Peter Walter Estrichfugen